Städtepartnerschaftliche Arbeit heißt auch, immer wieder über die eigene Kirchturmspitze hinweg zu schauen, um den Horizont sowohl persönlich als auch für und mit dem Verein zu erweitern, an Wissen und Erfahrungen anderer teilzuhaben und in den Dialog zu kommen.
Ein Verein, der uns schon seit längerem aufgefallen ist, ist das deutsch-französische Forum (DFFK) aus Kassel.
Marie-Pascale Devignon-Tripp, seit langen Jahren in der Vorstandsarbeit des DFFK eingebunden und seit März diesen Jahres auch Beisitzerin in unserem Vorstand, gibt uns einen Einblick in die Geschichte und die Arbeit des Vereines.
Wussten Sie, dass die Ursprünge des DFFK genau so alt sind wie die Bundesrepublik Deutschland?
Bereits im Jahr 1949 gründete sich in Kassel der Cercle Français. Andrée Rozel-Häger, Lehrerin an der dortigen Waldorfschule sowie Leiterin des Arbeitskreises für französische Sprache an der Volkshochschule erkannte schon früh die wachsende Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, da das Verhältnis beider Länder nach den vorhergehenden Kriegen von Misstrauen und Ablehnung geprägt war.
In den ersten Jahren nach der Gründung waren politische Themen tabu, der Fokus lag auf Themen, die einten. Mit dem Ziel Verständigung und Aussöhnung setzte die Gesellschaft gemäß ihrem Motto nach einem Zitat von Saint-Exupéry „Menschen zusammenbringen- Unir les hommes“ auf Sprachverständnis durch vielfältige gemeinsame Aktivitäten, Reisen (die in den frühen 50/60er Jahren noch etwas Besonderes waren) und kulturellen Austausch. Eine besondere Verbindung herrschte zur Albert-Schweitzer-Schule in Kassel, da diese als einzige Französisch als erste Fremdsprache anbot. In den späten 60ern war der Cercle Français Kassel eine der größten Gesellschaften Deutschlands mit mehr als 200 Mitgliedern-die Politiker hatten den Rahmen für friedliche Beziehungen gesetzt, doch erst die Menschen füllten ihn auf dieser Ebene mit Leben.
Parallel zum Cercle Français gab es seit 2011 das frankreichforum Hessen e.V.
Im Januar 2019 schlossen sich diese beiden Vereinigungen zusammen, um Synergien zu bündeln und gemeinschaftlich die begonnene Arbeit fortzuführen. Sie sind Mitglied im binationalen Netzwerk der „Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften e.V.“(VDFG) sowie als französisches Pendant „Fédération des Acteurs Franco-Allemand pour l´Europe“ (FAFA). Dort gibt es aktuell 140 deutsche und 200 französische Mitglieder, die sich auf zivilgesellschaftlicher Ebene ehrenamtlich für die Festigung und Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit engagieren.
In der Bücherei Rothenditmold finden regelmäßig Veranstaltungen statt, die auf der Homepage des Vereines einsehbar sind (> https://dfforumk.de).
Wir freuen uns auf regen Austausch und die Zusammenarbeit!!